Neuorientierungs-Versuch im Neuen Jahr

Im Neusortieren, mentalen Sperrmüll ausmisten und Neuorientieren im Jahresbeginn flatterte mir heute eine Fotografie mit der Leuchtschrift ,Was ist der Sinn des Lebens?‘ vors Visier. Zugleich erinnerte ich mich an eine Weltall-Doku zum Thema ,unendliche Weiten‘.

Vor 13,8 (oder 13,7, Google verrät es nur ungenau) Milliarden Jahren ereignete sich der Urknall. Aus diesem und dank diverser kleiner Temperaturschwankungen entwickelte sich unsere felsige Welt, die Erde, die einen gelben Stern namens Sonne umkreist. Wir schweben scheinbar mitten im Nichts, 27 Tausend Lichtjahre vom Zentrum unserer eigenen Galaxie entfernt. Getrieben von dem Wunsch nach Antworten, Klarheit, Wissen forschen wir unermüdlich weiter. Wer, was und wo sind wir? Aus den nun fast unzähligen bemannten und unbemannten Ausflügen ins All zieht die Menschheit vor allem die Erkenntnis, wie klein und unbedeutend wir inmitten des unvorstellbar Großen sind.

Und so wie wir in die Ferne ausströmen, um uns inmitten des Ganzen wiederzufinden, kehren wir auch ganz tief in uns selber und suchen auch in unserer ganz eigenen Galaxie nach Antworten. Wir kriechen in die entlegensten und verborgensten Ecken hinein und lauschen unseren Gefühlen hinterher. Wir hoffen uns verstehen und deuten zu können. Wir möchten unsere Verhaltensweisen zumindest uns selber erklären können. Wir möchten uns das Leben leichter machen und mit uns selber glücklicher werden, bevor wir uns auf andere loslassen oder überhaupt einlassen können.

Was ist der Sinn des Lebens?

Ein mir in mein Herz-Universum gewachsener Freund antwortete darauf: Liebe ist alles. In kaum einem anderen Satz fühle ich so viele unendliche Weiten, die sein können, ohne dass es einer Erklärung oder Erforschung bedarf. In diesem Satz wird klein und unbedeutend zu groß und allmächtig.

Und aus dem unendlichen Universum inmitten meiner erstrahlt eine zweite imaginäre Leuchtschrift mit einem anderen alt bekannten Glaubenssatz: happiness is only real when shared, Glück ist nur echt, wenn man es teilt. Ich kann alleine glücklich sein, aus dem Glück eine kurze oder sogar lange Weile zehren, aber wahres Glück erfahre ich nur im Austausch, in der Berührung und Spiegelung zweier Seelen, in der gegenseitigen Reflexion.

Auf die richtige Perspektive kommt es an, sagte die Forscherin im Fernsehen in der besagten Doku. Jetzt verstehe ich zumindest diese Aussage.

Um dem Forscherdrang und dem Wissen um die bedingungslose Liebe weiter nachgehen und nachfühlen zu können, schnappe ich mir morgen früh meine drei Drachen und setzte mich mit ihnen ins Planetarium. Wir lassen uns im Kunststernenhimmel in die Ferne schweifen, bekommen eine Ahnung von noch unbekannten Dimensionen und geben unserem kleinen Universum einen großen Sinn.

Einen schönen Sonntag wünsche ich Euch!

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Während die Blicke himmelwärts und in uns hinein sich langsam und tiefer bewegen, sich eine unendliche Weite eröffnet.

    Nebel durchdringend. Bestehend aus Sternenstaub, diesem unscheinbarem und doch bedeutsamen Boten der Vergangenheit.

    Mit jedem Ausleuchten und Betrachten wächst das Verständnis und die Wärme.

    Das Dunkle verliert an Macht und seine Bedrohlichkeit schwindet. Und wie das Glück durch teilen wirklich glücklich macht, so ist das Erforschen und Betreten von neuen Welten und deren Erkundung im Kontext unserer selbst wahrlich nur gemeinsam erstrebenswert.

    Der innere Kompass wird mit dem Sextanten ergänzt und bildet die Orientierung zum Weiterschreiben der Karte und dabei kann während der Eine diese hält und den Ausschnitt definiert der andere manch irrtümlich eingetragene Land und Meeresmarke behutsam korrigieren.

    So wird im Wechselspiel des Austausches der Horizont erweitert …

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